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Was für ein erster Arbeitstag

Posted by Peter on April 1, 2008 in Neuseeland |

… das war mal wieder ein typischer Peter heute früh. Da ich letzte Nacht noch lange auf war um noch ein paar Sachen für die Heimat zu erledigen, bin ich heute früh’ an meinem ersten Arbeitstag im gelobten Land, kaum aus dem Bett gekommen. Als ich nach einem “nur noch 5 Minuten Griff” zum Wecker feststellen musste, dass nicht fünf sonder fünzig Minuten vergangen waren, musste ich mich dann ziemlich beeilen, um dann doch noch rechtzeitig zur Arbeit zu kommen. Also das Schnellwaschprogramm rein und husch husch Richtung Arbeit. Das Büro ist ca. 10 Minuten Fußweg von mir entfernt und was bleibt, wenn man nur noch 5 Minuten hat? Richtig,- rennen. Weil es ja gerade Herbst hier ist, hat es auch stilecht geregnet und das schon seit geraumer Zeit, was dazu geführt hat, dass neben mir auf den Straßen ziemlich große Pfützen waren. Mit einer eben jener Pfützen durfte ich dann auch direkt mal Bekanntschaft machen. So ein Henkers-Bus wollte noch schnell abbiegen, natürlich durch so eine Pfütze, und bei der Gelegenheit bin ich dann auch direkt richtig schön nass geworden. Klasse, zu spät und auch noch aussehen wie ein Schwein -so muss das sein. Naja … fünf Minuten zu spät stehe ich also vor dem Bürofahrstuhl und schaue auf den Boden, wo ich ein zwei Dollar Stück sehe, nach dem ich mich natürlich bücke. Ich hätte ahnen sollen, dass so viel Glück nicht für mich vorgesehen war, denn wie ich ja schon erwähnt habe – habe ich mich in der letzten Zeit verstärkt dem Fastfood gewidmet, was dazu geführt hat … naja dass mein Gesäß ein wenig … sagen wir umfangreicher geworden ist. Lange Rede kurzer Sinn, ein Ratsch und die Jeans war hin. Was sollte ich nun noch machen? Viele Möglichkeiten gabs ja nicht gerade – ich also Augen zu und durch.

Total nass, mit gerissener Hose und einem Gesichtsausdruck der perfekt dazu passt, stehe ich also vor der Bürotür und klingel. Nach nur 10 Sekunden wird die Tür aufgerissen und ein Asiat steht vor mir und ruft:”Are you guy? Are you guy?” – Etwas verwirrt wegen der Panik in seinen Augen, entgegne ich ein knappes:”Yes”. Sofort reißt der Mann an meinem Arm und zerrt mich durch die Korridore. Schließlich kommen wir vor einer Tür an aus der es wirklich übel nach halbverdauten Boritos riecht. Und wer mich kennt, weiß wie sehr ich auf extreme Gerüche stehe (gar nicht). Hinter der Türe war wie der Geruch schon vermuten lies, eine Toilette … eine verstopfte um genau zu sein. Kurz nachdem diese Tür also ihr Geheimniss vor mir entblöst hat und ein Teil der braunen Suppe schon in Richtung meiner Schuhe unterwegs war, fängt der Mann neben mir an zu rufen:”Repair! Repair!”. Ich starre ihn an und beginne langsam zu verstehen, dass der Herr mich ganz offensichtlich verwechselt mit einem Klemptner. Während also meine Schuhe langsam das Toiletten Ambiente in sich aufnehmen, sage ich zu dem Mann: “I’m no plumber!”. Relativ unbeeindruckt von dieser Tatsache ruft der Asiat weiter und diesmal lauter:”Facility Management, Repair! Repair!” und drückt dabei mit seinem Zeigefinger auf meinen Brustkasten. Nach einer (relativ kurzen) Weile habe ich die Nase voll und beschließe weg zu gehen, zumal schon mehr als nur ein Zipfel meiner Hose in der Suppe hing. Eklig, Bah! Während ich mich also vom Klo fortbewege klingelt es ein zweites mal und der Asiat (Chen wie ich später erfahren durfte) rennt zur Tür. Dass er mich dabei relativ heftig angerempelt hat, naja … war mir egal. Auf meinem Weg raus aus dem Büro, denn ich hatte wirklich die Schnauze voll und wollte nur noch nach Hause, kommt mir also mein neuer Cheff entgegen, zusammen mit einem Herren in einem gepflegten Zweireier und einer leichten CK-1 Wolke um sich herum.

Mit einem leicht konsternierten Gesichtsausdruck erklärt mein Cheff dem Herren neben sich, das ich der andere andere Herr sei, der heute mit ihm anfangen soll. Während aus dem Hintergrund wieder ein mittlerweile vertrautes *’!”§!$ Repair! *’!”§!$ Repair! erklingt, eröfnet uns Cheffe, dass er und damit wir nicht sooo viel Zeit hätten, weil im Moment ein ziemlicher Auftragsdruck herrscht und wir deshalb relativ schnell beginnen müssten mit der Arbeit. Da mein Arbeitsvisum noch nicht durch ist, ist es mir nicht gestattet zu arbeiten. Naja,- aber sowas sagt man aber nicht wenn man gerade stinkend, dreckig und sehr nass vor seinem neuen Cheff steht. Kurzum … nachdem er uns dann das Büro gezeigt hat… haben wir dann begonnen zu arbeiten.

Als dann so gegen Mittag die Natur ihr Recht verlangt, beschließe ich also zur Toilette zu gehen. Da unser Klo jetzt zwar nicht mehr kaputt – aber immer noch dreckig war, habe ich beschlossen das Klo des leerstehenden Nachtbarbüros zu benutzen. Nach erholsamen fünf Minuten begebe ich mich wieder zurück in Richtung Büro um festzustellen, dass Beamte (die sehen weltweit gleich aus … bis auf die Schnurrbärte, das scheint ein deutsches Ding zu sein) in unserem Büro stehen und Chen nach seiner Arbeitserlaubnis und seinem Ausweis fragen. Neben Chen wurde dann noch der andere ‘neue’ nach seinem Ausweis und der Arbeitsgenehmigung gefragt. Bei der Gelegenheit durfte ich dann feststellen, dass der andere ‘Neue’ auch noch keine Arbeitsgenehmigung hatte. Als ein Zollbeamter dann auf mich zukommt entgegne ich nur durch die Zähne,- “Not working here,- Facility Management.” und verziehe mich Richtung (ehemals defekter) Toilette. Nach ein paar Minuten war der Spuk dann auch wieder vorbei so dass ich wieder zurück in jetzt “allein mein” Büro gehen konnte. Kaum dort angekommen habe ich dann meine Tasche gepackt und bin ins Chefbüro gegangen um mir den Rest des Tages frei zu nehmen.

Meinem leicht apathischen Cheff schien das ziemlich egal zu sein. Er tat mir schon ein bisschen leid, so wie er da gesessen hat. Mal sehen wie es ihm morgen geht. Fest steht, dass viel zu tun sein wird, denn so wie es aussieht, gibt es jetzt da nur noch meinen Boss und mich. Allerdings weiß ich noch nicht wann und vor allem wie ich ihm beichten soll das ich immer noch keine Arbeitserlaubnis habe….

gruß aus Au(a!)ckland
Peter

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