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Tongariro

Posted by maren on May 16, 2009 in Neuseeland |

Ich hab es ehrlich versucht, aber keine Chance: es ist mir nicht moeglich, die Bilder vom der Tongariro Tour auf unter 40 zu reduzieren. Ich bin jetzt bei 44, aber will jetzt kein weiteres Bild mehr rausnehmen. Auch wenn es Euch langweilig wird, Ihr muesst ja nicht alle anschauen. Ich werde aber nicht alle auf einmal posten, sondern im Laufe der Woche kommen sie dann in kleineren Schueben. Also, meine liebe cunhadinha, diese Woche wirst Du nicht enttaeuscht werden und kannst Dir regelmaessig neue Bilder von unserem Tag am Mount Tongariro anschauen.

Zur Erinnerung: das Wetter war ja nicht auf unserer Seite an diesem Tag. Urspruenglich wollten wir den Tongariro Crossing machen, einen der angeblich spektakulaersten 1-Tageswanderungen. Aber weil wir uns alle darauf so gefreut und so gut vorbereitet hatten, wollten wir diesen Tag nicht unaktiv vergehen lassen, sondern haben uns einen anderen Trackingweg am Fuss des Berges gesucht.Schaut mal spaeter auf das erste Bild der angehangenen Galerie. Ich habe von Googlemaps ein Screenshot vom Satelittenbild der Gegend gemacht. Dort ist Whakapapa eingezeichnet (dort hatten wir uebernachtet) und man sieht rechts 2 Seen. Wir sind bis zum ersten See (dem Lower Tama) gestiefelt. Man sieht auch unten links einen Massstab der Gegend. Das sieht ja eigentlich nicht sehr weit aus, allerdings kann man ja auch nicht sehen, wo die Wege entlang gehen, wie steil es zum Teil wird, wie windig und neblig es an diesem Tag war und wie gut die Wege ausgebaut sind… Es war also um einiges anstrengender, als es auf dem Satelittenbild aussehen mag. Das schon mal vorweg. Wir sind naemlich trotz zum Teil heftigem Regen, viel Wind, matschigem Untergrund und unerkenntlichen Wegen bis zum See gekommen, yeah!

Aber noch kurz was zur Gegend, bevor ich von der Wanderung berichte. Der Tongariro Nationalpark ist vulkanische Landschaft. Das heisst: keine saftige, gruene Vegetation, KEINE Schafe, keine Kiwis. Stattdessen sieht man schwarze Erde, verdoerrt aussehendes Gestruepp und viele Steine mit ein wenig Moosbewachsung. Auc hwenn die Gegend mitten im neuseelaendischen Nirgendwo liegt, so ist sie doch richtig bekannt: hier wurden die Szenen in MORDOR aus der Herr der Ringe Trilogie gefilmt. Das Ganze hoert sich ja zuerst nicht so verlockend an (und wir waren auch immer darauf gefasst, dass wir irgendwann ein grosses boeses Auge aus dem Nebel auftauchen sehen), aber die Gegend hat eine eigenartige Faszination an sich. Sich durch diese karge Landschaft zu kaempfen, hat seinen Reiz. Der Regen und der Nebel haben das seltsame Gefuehl noch um ein vielfaches verstaerkt. Gemeinsam mit den Erinnerungen an Herr der Ringe und dem Soundtrack, den wir alle als Ohrwurm hatten, wirkte die Gegend wie aus einer anderen Zeit, unwirklich, urzeitlich. Und auf jeden Fall reizvoll. Ich weiss gar nicht, ob ich den Track lieber bei Sonnenschein gemacht haette. Der Nebel war auf jeden Fall toll. Aber vielleicht werden Peter und ich die Tour nochmal im Sommer wiederholen. Mal abwarten.

Wir sind an dem Tag recht frueh aufgestanden und sind so gegen 8 Uhr losgegangen. Ich hatte mir extra eine Hikinghose gekauft, aber wie sich herausstellte, hatte ich anscheinend eine Sommerhikinghose gekauft. Jedenfalls klebte die Hose wegen des Regens noch bevor wir das Motorhome richtig verlassen hatten, an meinen Beinen. Die Hosen von Marc, Raquel und Peter waren dicht, weil wasserabweisend. Ein Glueck traten bei meiner lieben Schwaegerin die Mutterinstinkte ein und sie bestand darauf, dass ich IHRE Regenhose ueber meine Hose anziehen sollte und sie wuerde dann noch eine lange Thermounterhose unter ihre Hikinghose tragen. Gottseidank! Raquel, Du hast mir wahrscheinlich den Urlaub gerettet. Denn ohne Deine Regenhose waere ich danach sicher krank geworden… Mit Deiner Hose ging es mir aber bestens und mir war auch nicht einmal richtig kalt!

Jetzt aber zu der Wanderung: der Weg startete im Whakapapa Village. Zuerst ging es eine gute Weile (ich hatte keine Uhr dabei und vor allem keinerlei Zeitgefuehl) auf gut ausgebauten Wanderwegen entlang. Auf einigen der ersten Fotos kann man sehen, wie die Wege anfangs aussahen. Wie Ihr sehen koennt, war der Nebel ziemlich dicht und man hatte keinen weiten Ausblick. Sieht aber dennoch klasse aus, oder? Ein wenig gruselig. Abenteuerlich! Jedenfalls brauchten wir den Wegen nur zu folgen. Spaeter allerdings wurden die Wege zunehmend undeutlicher, schlechter ausgebaut, matschig und zum Teil waren sie einfach nicht mehr vorhanden. Man orientiert sich dann nur noch an Holzstangen, die ein meist orangenfarbenes Dreieck aufgeklebt hatten. Im Grunde kann man sich also nicht verirren, wenn man diesen Markierungen folgt. Es gab nur eine einzige Stelle, an der es schwieriger war, herauszufinden, wo man lang gehen musste. Dazu noch kurz eine kleine Story: nach etwa 2 Stunden (?) kam uns ein Paerchen entgegen. Die beiden waren wieder auf dem Rueckweg. Sie sagten uns, dass dieser “Weg”, auf dem wir gerade unterwegs waren, auf einen Fluss trifft und dann mehr oder weniger aufhoert. Die beiden wussten nicht, wo sie weiter gehen sollten und ausserdem war der Fluss anscheinend ein zu grosses Hindernis (keine Bruecke dort!). Deswegen haetten sie umkehren muessen. Nach einer kurzen Beratung haben wir vier uns aber alle dazu entschieden, dennoch weiter zu gehen und unser Glueck zu probieren. Wir kamen dann nach etwa einer halben Stunde auch an diesem Fluss an. Wie wir es dann geschafft haben, da durch zu kommen, zeige und berichte ich aber beim naechsten mal. Der Artikel ist ohnehin shcon zu lang… ich will niemanden quaelen hier. Schaut Euch schon mal die Bilder bis dahin an. Hier sind sie:

3 Comments

  • Marc says:

    Und ich sage Euch: es waren 17 Kilometer!

  • Maren says:

    Klar, Marc. Und das sind 30 cm… ;)
    Naja, aber wenn man sich mal das Satelittenbild anschaut, koennte es doch FAST hinhauen. Je nachdem, wie kurvig der Wanderweg war. Schade, dass er nicht eingezeichnet ist.
    Sag mal, sollen wir an Pfingsten wieder Videotelefonie machen? Ich hoffe, bis dahin haben wir Gewissheit, ob Ihr nun einen Sohn oder eine Tochter bekommt!!! Alles Liebe und viele Gruesse!

  • Marc says:

    Hey, ich sehe doch auf Anhieb, wenn eine Insel nur 10 Kilometer entfernt ist ;-)

    Lass uns auf jeden Fall an Pfingsten wieder Videokonferenz machen. Bis dahin werden wir aber leider noch keine weitere Gewissheit erlangen, ob es ein Bub oder ein M├Ądl wird!

    Bis dann!

    Marc

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